Triathlon, Ironman, Kommerz und eigentlich geht’s ja so nicht wirklich weiter, oder?
Dieser Beitrag ist von Sascha. Er ist einerseits »Irrsinniger« Athlet, der sich dem Ausdauersport mit Haut und Haaren verschrieben hat, der Ultradistanzen liebt, und der trotz allem Wahnsinn, den er macht, so locker und unverkrampft ist. Sehr beeindruckend. Er ist seit 2001 mit Biestmilch.com verbunden.
Eigentlich wollte ich mich letzte Woche für zwei kleine Sprinttriathlons anmelden, so als schnelle Trainingseinheiten waren sie gedacht. Aber denkste, die Anmeldelisten sind geschlossen, komplett dicht, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Mmmh, denke ich, diese kleinen Dorfwettkämpfe sind mittlerweile auch schon fast ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht, der Triathlonsport boomt! Eindeutig, aber so richtig gut finde ich das nicht. Das ich mich für einen Ironmanstart schon ein Jahr vorher anmelden muss, ist schon zur traurigen Wirklichkeit geworden (was weiß ich, was in einem Jahr ist, verdammt noch mal !??!). Aber das ich für so einen kleinen Wettkampf schon ein halbes Jahr planen muss, will einfach nicht in meinen (vielleicht beschränkten) Schädel. Das macht doch keinen Spaß mehr!
Wie gesagt, es ist schön, wenn eine Sportart wie Triathlon populär ist,
aber es muss doch möglich sein, auch kurzfristig mal zu starten. Für
die nächste Saison werde ich mir einen Timeplaner anschaffen, in dem
mir angezeigt wird, wann die Starterlisten der jeweiligen Wettkämpfe
öffnen.
Und wo ich gerade dabei bin. Dadurch, dass Triathlon
(insbesondere der Ironman) so boomt, wird wirklich ungeniert in die
Tasche oder besser gesagt, in die Geldbörsen der Sportler gegriffen.
Die Startgebühren steigen und steigen. Ich starte eigentlich nur noch
bei Ironmanrennen, wenn ich das Startgeld „gesponsert“ bekomme. Da mich
der Hawaii Ironman nicht sooo heftig reizt, wie vielleicht andere
Dreikämpfer, starte ich lieber für weniger Geld bei anderen
Triathlonrennen über die klassische Ironmandistanz. Das macht auch
Spaß, spart Geld und die Stimmung ( gerade unter den Athleten) ist
super.
Auch das Material, was der moderne Triathlet von heute
angeblich dringend braucht, ist teilweise astronomisch teuer geworden.
Man kann doch tatsächlich einen Aerolenker (Carbon versteht sich!) für
fast 1000€ kaufen. Wow, dass ist ja fast geschenkt. Selber treten muss
trotzdem jeder selbst. Ich bin 2006 in Österreich trotz Alu Aeroaufsatz
und stinknormalem Rennrad aus Alu eine 4:34 h auf 180 km gefahren. Es
geht doch, vielleicht wäre ich mit einem Vollcarbonbike noch schneller
gewesen, aber dann hätte ich mir die Reise dorthin erst gar nicht mehr
leisten können. Man sollte doch mal die Relationen sehen. Was bringt
dem “Otto-normal-Triathleten“ denn diese ganze Materialschlacht? Klar
ist es geil, wenn ein Hightech Rennrad bzw. Triathlonrad im Keller
steht und einem jedes mal “einer abgeht“, wenn man das Fahrrad sieht,
aber mir gefällt diese gesamte Entwicklung im Triathlonsport nicht so
wirklich.
Ich kann nur allen Triathleten, insbesondere den
„Hardcore-Triathleten“, die nichts mehr außer ihren Sport im Kopf
haben, empfehlen mal an einem Ultralauf oder einen anderen Ultra (ob
schwimmen oder Rad ist egal) teilzunehmen. Die Stimmung unter den
Athleten ist genial, man tritt zwar auch gegeneinander in Wettstreit,
aber doch ist man zusammen unterwegs. Auch lernt man, sich wieder auf
wesentliche Punkte zu besinnen, wichtig ist der Körper und der Wille,
gutes Material ist gut, aber nicht das Entscheidende. Und außerdem sind
die Startgelder moderat, hier kann es einem passieren, dass man für
einen 1wöchigen Wettkampf das gleiche zahlt wie für einen Ironman (oder
sogar noch weniger).
Dies ist jedoch nur meine kleine persönliche
Meinung. Jeder kann natürlich machen was er will (und das ist ja auch
gut so!). Werdet nur alle etwas lockerer und entspannter.








Hey Sascha!
Du sprichst mir aus der Seele. Man muss sein Rennen nun genauer Planen als sein Training. Ist das noch normal? Finde nicht! Andererseits bietet sich dadurch die Chance neue Veranstaltungen zu entwicklen, die sicher Startern haben werden.
… aber bei dir sollten es ja harte Trainingseinheiten werden und da suchst du dir nen Kumpel und ihr ballert durch die Gegend;-)
Sportliche Grüße vom Biest Kjell
http://ironhamburger.blogspot.com/